Hühnersuppe nach Rezept meiner Schwester oder wie ich das Herz von Herrn Antons Familie eroberte.

Kennt ihr das, wenn man so richtig spürt, dass man krank wird? Man fühlt sich schlapp, müde, hat Kopfweh und will nur noch schlafen. Nicht mal das Lieblingsgericht schmeckt einem, weil man ja eben eh nichts schmeckt. Das Einzige, worauf ich dann noch schwöre, ist eine kräftige Hühnersuppe. Da hilft sonst gar nichts, das sagt auch der Herr Anton. Allerdings hat es mich dieses Mal erwischt- spät, aber doch. Nun liege ich hier seit Tagen entweder auf der Couch oder dem Bett herum und schaue Breaking Bad im Akkord. Schließlich muss man ja seine Bildungslücken aufholen, nicht wahr? 🙂 Deshalb entschuldigt bitte auch die lange Abwesenheit auf dem Blog. Ich habe mich tatsächlich schon darüber gefreut, dass ich diesen Winter bis auf einen kleinen Schnupfen nicht krank wurde…aber: zu früh gefreut.  Allerdings hatte ich nach dem ganzen Brioche, Milchbrötchen, Grießkoch usw. (hauptsache weiches Essen!) Lust, mal etwas richtig „Gesundmachendes“ zu essen. In dickem Wintermantel und mit einem Packerl Taschentüchern versorgt machte ich mich mit dem Herrn Anton todesmutig auf, um ein Huhn und Suppengemüse zu kaufen.

Kurz nachdem ich zum Studieren nach Wien kam, kamen auch der Herr Anton und ich zusammen. Jedenfalls besuchte er mich so gut wie jedes Wochenende und nach ein paar Besuchen, bekam er am Sonntagnachmittag Fieber und wurde so richtig krank. Natürlich war das blöd, da er eigentlich immer sonntagabends bereits im Zug in die Heimat sitzen musste. Montags war ich dann einkaufen und rief meine Schwester um ihr Rezept für ihre Hühnersuppe an- ihr müsst wissen, meine Schwester macht unglaublich gute Hühnersuppe und köstliche Grießnockerln. Schließlich kochte ich dem Herrn Anton diese Suppe und es ging im gleich besser ;-). Ein paar Wochen drauf, es war bitterkalter Februar, hatte ich Ferien und war den Herrn Anton in Bayern besuchen. Herrn Antons Mama fragte uns, ob wir denn einen Samstag lang bei der Oma bleiben konnten, da sie mit ihrem Mann gerne einen Tagesausflug nach München machen wollte. Klar konnten wir. Aufgrund des wirklich kalten Wetters- es hatte bis -30 Grad- hatte sich die Omi eine Hühnersuppe gewünscht, und machte ich eine nach diesem Rezept. Es wurde ein Riesentopf (der Topf an sich fasst an die zehn Liter, und er war etwa zu drei Vierteln voll) Suppe, den wir alle gemeinsam über zwei Tage aufaßen. Seitdem ist es DIE Hühnersuppe bei Herrn Antons Famile und die Geschichte von dem kleinen Topf Suppe wird auch nach drei Jahren gerne erzählt. 🙂

Für die Hühnersuppe nehmen wir am liebsten ein ganzes, etwas größeres Bio-Huhn. Dazu noch allerlei Suppengemüse. Das braucht ihr für einen großen Topf voll Suppe:

  • Ein ganzes Biohuhn
  • etwa 3-4 größere Karotten
  • einen halben Sellerie
  • einen halben Lauch
  • 2-3 Peterwurzen
  • 2-3 Lorbeerblätter
  • ein paar Wacholderbeeren
  • ein paar Pfefferkörner
  • 4-5 Kardamomkapseln
  • ein etwa 4cm großes Stück Ingwer
  • Salz und Pfeffer
  • Suppennudeln nach Wahl
  • Petersilie
  • genügend Zeit.

Das Huhn gründlich waschen und mit Küchenkrepp abtupfen, den Bürzel abschneiden, nun in vier Teile zerteilen. Das Gemüse schälen und groß zerteilen (ich lasse die Karotten sowie die Peterwurzen ganz, ich schneide nur den Sellerie und den Lauch in gröbere Stücke). Anschließend mit den Hühnerteilen in einen großen Suppentopf geben und mit soviel Wasser aufgießen, dass alles gut mit Wasser bedeckt ist. Auf den Herd stellen und langsam erhitzen. Nebenbei schält man den Ingwer und schneidet ihn ein paar Mal auseinander.  Die Wachholderbeeren, den Kardamom und die Pfefferkörner drücke ich mit dem Messerrücken auf einem Brett leicht an, somit geben sie noch mehr Geschmack ab. Den Ingwer gibt man mit den Lorbeerblättern, den Wacholderbeeren, den Kardamomkapseln und den Pfefferkörnern in das Wasser. Hinterher lässt man das Ganze aufkochen und dreht dann den Herd zurück, gerade noch so, dass es simmert. Endlich kann man sich für etwa 1 1/2 Stunden mit einer Tasse Tee wieder hinlegen. Nach dieser Zeit nachschauen, ob das Fleisch soweit gar ist. Das merkt man daran, dass sich das Fleisch beim Hochheben mit einer Suppenkelle vom Knochen löst. Jetzt ausschalten und vorsichtig alles aus dem Topf in Schüsseln geben. Ich trenne hierbei immer Fleisch vom Gemüse, in dem ich es in verschiedene Schüsseln tue. Die Brühe durch ein Sieb in eine große Schüssel gießen. Hernach wasche ich den Suppentopf von innen gründlich aus und gieße die Suppe durch ein Haarsieb zurück in den sauberen Topf. So erhält man wunderbar klare Suppe, ohne dabeistehen zu müssen.

Man kann nun gekochte Gemüse in kleinere Stücke zerschneiden und am Schluss dazugeben, oder man schmeißt das weiche Gemüse weg und putzt neues Gemüse und schneidet es klein. Die klare Suppe lässt man abermals aufkochen, schmeckt sie mit Salz und Pfeffer ab und gibt das kleingeschnittene, rohe Gemüse sowie die Suppennudeln hinein und lässt es langsam gar köcheln. Wenn man das „alte“, also schon gekochte Gemüse verwendet, lässt man hierbei das Gemüse weg.

Zwischenzeitlich das Fleisch von Knochen und Haut befreien und zerkleinern. Das ist eine ziemliche Friemelarbeit, aber durchaus schaffbar ;-). Ich empfehle das Fleisch nicht allzu sehr zu zerkleinern, wenn man die Suppe öfter aufwärmen möchte, da ich daraus irgendwann dann eine Art Brei bildet, lieber in etwas größeren Stücken lassen. Plant man aber die Suppe gleich aufzuessen, kann man durchaus die Stücke kleiner schneiden. Wenn man nun das schon mitgegarte Gemüse verwenden möchte, schneidet man dieses auch klein und fügt es mit dem Hühnerfleisch in die heiße Suppe. Am Teller mit der kleingeschnittenen Petersilie bestreuen, ich mag es lieber, wenn die Kräuter nicht zu sehr zerkleinert werden.

Gutes Gelingen! Alles Liebe,

Leni

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